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Wie lange eine Karte am Stift ist

Tintenweg und Zeichendauer: wie der Gestalter ausrechnet, wie viele Meter Linie eine Stadtkarte hat und wie lange der Stiftplotter dafür ungefähr braucht.

Im Gestalter steht unter jeder Vorschau eine Zeile wie diese: „Tintenweg 47 m · etwa 55 Minuten am Stift”. Dieser Beitrag erklärt, woher die beiden Zahlen kommen und warum sie von Karte zu Karte so verschieden sind.

Der Tintenweg

Der Tintenweg ist die Länge aller Linien, die der Stift auf dem Blatt zieht, zusammengezählt: jede Straße, jedes Ufer, jede Schraffurlinie und jeder Buchstabe. Eine Karte im Format A3 kommt leicht auf mehrere Dutzend Meter. Die Zahl ist exakt, weil die Linien schon in der Vorschau in Millimetern auf dem Blatt vorliegen.

Was die Zeit bestimmt

Die Zeit setzt sich aus drei Teilen zusammen.

Erstens das Zeichnen selbst. Der Stift bewegt sich beim Zeichnen langsam, damit die Tinte gleichmäßig ins Papier zieht. Wir rechnen derzeit mit 40 Millimetern pro Sekunde.

Zweitens die Leerfahrten. Zwischen zwei Linien hebt der Plotter den Stift an und fährt zum nächsten Anfangspunkt. Ohne Tinte geht das schneller, mit etwa 150 Millimetern pro Sekunde.

Drittens das Heben und Senken. Jedes Aufsetzen und Abheben kostet einen Bruchteil einer Sekunde. Bei einigen Tausend Linien summiert sich das zu vielen Minuten.

Daraus folgt etwas Unerwartetes: Eine Karte mit vielen kurzen Linien kann länger dauern als eine mit wenigen langen, selbst wenn der Tintenweg gleich ist.

Warum sich die Stile so unterscheiden

Der Stil hat auf die Zeichendauer mehr Einfluss als die Stadt. Tiefdruck zeichnet nur Hauptstraßen und Wasser und ist deshalb am schnellsten. Klassisch fügt Nebenstraßen und Grünflächen hinzu. Blaue Stunde schraffiert zusätzlich das Wasser, Botanisch schraffiert Wasser und Parks.

Schraffuren sind teuer. Ein See von wenigen Zentimetern auf dem Blatt besteht aus Dutzenden paralleler Linien im Abstand von 1,2 Millimetern. Bei der Reiseedition Venedig im Stil Blaue Stunde wird jede Wasserfläche so schraffiert, vom Canal Grande bis zur Lagune. Was auf dem Blatt wie die ruhigste Fläche aussieht, ist für den Stift viel Arbeit.

Schätzung und Messung

Die Zeit im Gestalter ist eine Schätzung. Die Geschwindigkeiten oben sind Ausgangswerte, keine Messungen. Wie schnell ein Stift wirklich zeichnen kann, hängt von Tinte, Papier und Luftfeuchtigkeit ab, und das zeigt sich erst an echten Karten. Nach den ersten Blättern werden die Werte durch gemessene ersetzt, und die Seite Methode nennt dann die tatsächlichen Zeiten.

Warum wir die Zahl überhaupt zeigen

Eine gezeichnete Karte ist keine Datei, die man ausdruckt. Sie ist eine Stunde Arbeit einer Maschine, manchmal mehr, mit einem echten Stift. Der Tintenweg macht sichtbar, was auf dem Blatt passiert, bevor es an der Wand hängt.

Wie viele Meter deine eigene Stadt hat, zeigt der Gestalter. Ein fertiges Beispiel ist die Stadtedition München.